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Rückblick: Das war das CB-Funk-Jahr 2011

Januar 2011

Der "Runde Tisch Amateurfunk" (RTA) macht Dampf in Sachen
"Amateurfunk-Einsteigerklasse". Er will darüber "sobald wie möglich" Gespräche
mit den Behörden führen. 

Personalwechsel bei der DCBO: Dieter Löchter legt sein Amt als kommissarischer
Geschäftsführer nieder. Er möchte Interessenkonflikte vermeiden, die durch
seine gleichzeitige Tätigkeit als Präsident der "ECBF Brüssel" entstehen
könnten. Neuer kommissarischer Geschäftsführer der DCBO wird Klaus-Dieter van
Wasen.

"funkertreffen.net" bleibt bestehen: Die beliebte CB-Funk-Termindatenbank wird
auch in Zukunft unverändert fortgeführt. Der Betreiber hatte mit dem Gedanken
gespielt, den Betrieb einzustellen. Daraufhin gab es zahlreiche Zuschriften von
CB-Funkern, die ihn nun bewogen haben, das Projekt fortzuführen.

Februar 2011

Das europäische "Electronic Communications Committee" stellt den Entwurf der
neuen CB-Funk-CEPT-Decision ins Internet. Mit der neuen CEPT-Decision soll in
den 48 europäischen Mitgliedsstaaten der CEPT eine einheitliche Regelung für
den CB-Funk geschaffen werden. Die neue Decision sieht u.a. Sendeleistungen von
4 Watt (AM) bzw. 12 Watt (SSB) als europäischen Standard vor. 

Funkfreunde schmunzeln über einen Polizeibericht: Ein Autofahrer hatte sich
nach einer Kontrolle bei der Polizei darüber beschwert, dass seine Daten über
den Polizeifunk gesendet wurden. Er wolle nicht, dass seine Kinder zuhause im
Polizeifunk mitanhören müssten, wie ihr Vater einer Polizeikontrolle unterzogen
werde. Die Polizei kam dem Wunsch des Vaters gern nach: Bei einer
Wohnungsdurchsuchung wurde der Funkscanner sichergestellt. Nun müssen die
Kinder den Namen ihres Vaters nicht mehr im Polizeifunk hören ;-))

März 2011

CB-Funk geht in die Luft: Findige Hobbyfunker aus dem Raum Gummersbach (NRW)
starten einen Freiballon mit einem CB-Funk-Sender als Nutzlast. Der Sender hat
eine Leistung von 200 Milliwatt und sendet auf Kanal 23. Zahlreiche CB-Funker
verfolgen den Weg des Ballons. Nach knapp drei Stunden ist der Spaß vorbei -
der Ballon platzt und stürzt ab.

Die Bundesregierung legt den Entwurf eines geänderten
Telekommunikationsgesetzes vor. Wettbewerb und Verbraucherschutz sollen dadurch
gestärkt werden. Für den Hobbyfunk ergeben sich kaum Änderungen.

Auch der Frequenznutzungsplan soll geändert werden. Die BNetzA stellt einen
entsprechenden Entwurf ins Internet. Peinlich: Die Behörde hat vergessen, die
geplante europaweite "12-Watt-SSB-Regelung" für den CB-Funk in den Entwurf
aufzunehmen. CB-Firmen- und Vereinsvertreter machen die Behörde auf den Fehler
aufmerksam.

Der DAKfCBNF tagt im hessischen Diemelstadt-Wrexen. Der Vorsitzende Bernd Böhle
berichtet, dass es zur Weltfunkkonferenz im nächsten Jahr Vorschläge zu
Frequenzzuweisungen gibt, die sich teilweise mit CB-Funk-Frequenzen
überschneiden. Der Verein habe dazu schriftlich ein Veto eingelegt. Näheres
wurde nicht bekannt.

April 2011

Netter Aprilscherz der Firma WIMO: Das Unternehmen stellt einen
"Power-over-WLAN-Adapter" vor, mit dem sich die 230 Volt des häuslichen
Stromnetzes kabellos per WLAN übertragen lassen sollen. Man munkelt, dass
einige Kunden den Scherz ernstgenommen und sich nach der Lieferbarkeit des
Produkts erkundigt haben ;-)

Ein altes Funkgeräte-Konzept lebt wieder auf: Die Firma Lafayette bringt ein
CB-Funkgerät auf den Markt, bei dem alle Bedienelemente im Mikrofon
untergebracht sind. Das eigentliche Funkgerät befindet sich in einer Blackbox.
Zuletzt gab es ein solches Funkgerät vor elf Jahren von der Firma Cobra.

Mai 2011

Die traditionelle "deutschlandweite CB-Funk-Staffel" findet wieder regen
Zulauf. Zahlreiche CB-Funk-Stationen beteiligen sich an der Veranstaltung und
bilden eine Funkkette, die durch fast alle Bundesländer führt.

Schon wieder ein Start eines CB-Funk-Ballons: Diesmal sind auch APRS für die
Positionsbestimmung und Sensoren für Flughöhe, Temperatur und Geschwindigkeit
an Bord. Der Ballon erreicht eine Flughöhe von 9800 Metern und bleibt
rekordverdächtige 15 Stunden in der Luft. CB-Funker, die die Aktion verfolgt
haben, sind begeistert und wünschen sich weitere Projekte dieser Art.

Nach mehr als vier Jahren geht ein aufsehenerregender Prozess zu Ende: Dem
Leiter einer rheinland-pfälzischen Rettungswache war im Jahre 2007 vorgeworfen
worden, mehrfach den Funkverkehr eines Rettungshubschraubers gestört zu haben.
Zunächst wurde der Mann zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer
Geldstrafe verurteilt. Jetzt wurde er im Berufungs-Verfahren mangels Beweisen
freigesprochen.

Die BNetzA kündigt an, dass sie in diesem Jahr ca. 200 fernbediente und
automatisch arbeitende Amateurfunkstellen ohne besonderen Anlass überprüfen
will. Die Amateurfunkvereinigung AGZ bezweifelt die Rechtmäßigkeit solcher
anlasslosen Überprüfungen.

Juni 2011

Der jährliche "Radio Activity Day" sorgt wieder für regen Betrieb auf den
CB-Funk-Frequenzen. Die beliebte Veranstaltung wird bereits zum neunten Male
von den "Funkfreunden Nordbaden" durchgeführt.

Die neue CEPT-Decision für den CB-Funk tritt offiziell in Kraft. Damit geht die
Schaffung einer neuen europaweiten CB-Funk-Regelung in die letzte Runde: Die
CEPT-Decision, die Sendeleistungen von 4 Watt in AM und 12 Watt in SSB
vorsieht, muss jetzt nur noch von den einzelnen Mitgliedsländern in nationales
Recht umgesetzt werden.

Juli 2011

Nach der CEPT-Decision ist jetzt auch die neue Fassung der technischen Norm
CB-Funk-Norm EN 300433 in Kraft getreten. CB-Funk-Hersteller können ihre
CB-Funkgeräte jetzt nach der neuen Norm zulassen. Die Arbeit an der Neufassung
der Norm hat mehr als vier Jahre gedauert.

August 2011

Aufregung um ein Billig-Handfunkgerät aus chinesischer Produktion.
Funkamateure, die das Gerät direkt in China bestellt haben, beklagen, dass der
deutsche Zoll die Herausgabe verweigert. Angeblich soll das Gerät die
vorgeschriebenen Störgrenzwerte nicht einhalten.

Die DCBO zieht sich von der Organisation der "CB-Lounge" zurück, die jährlich
im Rahmen der Hobbyfunkmesse "Rheintal-Electronica" stattfindet. Der Journalist
Hennig Gajek erklärt sich bereit, die "CB-Lounge" in eigener Regie
durchzuführen und wird dabei von Herstellern, Händlern und Sponsoren
unterstützt.

Der aktualisierte Frequenznutzungsplan für die Bundesrepublik tritt in Kraft.
CB-Funk ist dort mit den neuen Leistungsgrenzen 4 Watt (AM) und 12 Watt (SSB)
festgeschrieben.

September 2011

Das gab's bisher noch nie: Die Bundesnetzagentur veröffentlicht den Entwurf
einer geänderten CB-Funk-Allgemeinzuteilung und bittet die Nutzer um
Kommentare. Bisher wurden die Entwürfe von CB-Allgemeinzuteilungen stets nur
einem kleinen Kreis zugänglich gemacht und hinter verschlossenen Türen
diskutiert.

Die Deutsche Funk-Allianz tagt im niedersächsischen Langenhagen. Schwerpunkt
der Veranstaltung ist eine Diskussion über den Entwurf der geänderten
CB-Funk-Allgemeinzuteilung.

Oktober 2011

Das ging ja schnell: Slowenien, die Schweiz und Liechtenstein haben die neue
CEPT-Decision in nationales Recht umgesetzt. Seit 1. Oktober darf dort CB-Funk
mit 4 Watt in AM und 12 Watt in SSB genutzt werden.

Hobbyfunkmesse im Aufwind: Die "Rheintal Electronica" verzeichnet wieder einen
Besucherzuwachs. Auch die "CB Lounge" im Mittelpunkt der Messe stößt wieder auf
großes Interesse. Veranstalter und Aussteller sind sich einig: Das erfolgreiche
Konzept soll auch im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

Stirnrunzeln beim CB-Hersteller Alan: Die schweizerische Funkaufsichtsbehörde
BAKOM teilt dem Unternehmen mit, dass der Betrieb von umschaltbaren
CB-Funk-"Mehrnorm"-Geräten in der Schweiz nicht zulässig ist. Bisher gab es
eine solche restriktive Regelung nur in Österreich. Kurze Zeit später
korrigiert sich das BAKOM. Die ursprüngliche Auskunft sei ein Fehler gewesen;
der Betrieb von umschaltbaren CB-Geräten sei in der Schweiz auch weiterhin
erlaubt.

November 2011

Grotesk: Der BUND Bremen bietet einen sogenannten "Strahlenpass" an. Das
nutzlose Papier können Bürger erwerben, die in ihrem Haushalt weitgehend auf
den Betrieb von Geräten verzichten, die elektromagnetische Felder erzeugen.
Kritiker vermuten, dass mit dieser Aktion eine weitere Einnahmequelle für
sogenannte Baubiologen geschaffen werden soll.

CB-Funkfreunde in Österreich müssen auf 12 Watt SSB noch etwas warten. Das
zuständige Ministerium gibt zu verstehen, dass mit einer Umsetzung der
CEPT-Decision frühestens im ersten Halbjahr 2012 zu rechnen sei.

Dezember 2011

Eine neue "Einsteigerklasse" für den Amateurfunk rückt in weite Ferne. Die
DARC-Zeitschrift "cq-DL" berichtet unter Berufung auf eine Außenstelle der
BNetzA, dass "zumindest in den nächsten eineinhalb bis zwei Jahren (...) mit
einer weiteren Bearbeitung dieses Themas nicht zu rechnen" sei.

Die Bundesregierung plant eine Änderung des FTEG. Vorgesehen ist ein neuer
FTEG-Beitrag, mit dem Kosten für Maßnahmen der BNetzA "im Rahmen der
Marktaufsicht" abgegolten werden sollen. Außerdem sollen Verstöße gegen die
BEMFV künftig als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden können.

Zweifelhaftes Weihnachtsgeschenk der BNetzA: Die Behörde veröffentlicht die
geänderte CB-Funk-Allgemeinzuteilung, die 4 Watt AM und 12 Watt SSB erlaubt.
Die zulässige Strahlungsleistung wird wie bisher in der Rechengröße ERP
bemessen, die auch den Antennengewinn einschließt. Der Pferdefuß: Die bisherige
zusätzliche Angabe, dass die zulässige Leistung hilfsweise auch an der
Antennenbuchse des Funkgerätes gemessen werden kann, ist ersatzlos entfallen.
Kritiker hatten bereits im Vorfelde bemängelt, dass eine solche Regelung
praxisfremd ist. Die Behörde hat diese Einwände ignoriert.

Auch die Rechtsverordnung BEMVF, in der die Standortbescheinigungspflicht für
ortsfeste Funkanlagen ab 10 Watt EIRP festgelegt ist, gerät wieder in die
Kritik. Juristen halten die CB-Allgemeinzuteilung und die BEMFV für rechtlich
angreifbar. Es bleibt spannend...

- wolf -

© FM-FUNKMAGAZIN
www.funkmagazin.de

Dieser Beitrag darf ungekürzt und mit Quellenangabe in nichtgewerbliche Medien
(z.B. CB-Clubzeitungen, CB-Rundsprüche, CB-Packet-Radio) übernommen werden.

--

Quelle: http://www.funkmagazin.de/010112.htm

73 de Hans!
 


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